Umweltfreundlich Kaffee kochen

Wir haben eine ganze Reihe an Grundbedürfnissen. Dazu gibt es zwei unterschiedliche Modelle. Im Model von Abraham Harold Maslow, einem Psychologen aus Amerika, gibt es 5 Stufen. An erster Stelle, oder in der untersten Ebene der Bedürfnispyramide, stehen die physiologischen Bedürfnisse. Luft, Nahrung, Sex und Gesundheit sind unsere wichtigsten Bedürfnisse. Sind diese Bedürfnisse befriedigt bemühen wir uns als nächstes um Sicherheit. Stufe 3 sind dann Liebe und andere zwischenmenschlichen Beziehungen. Auf der vierten Stufe geht es um das Bedürfnis nach Wertschätzung. Die fünfte Stufe passt nicht ganz in das Schema. Maslow bezeichnet Sie als Selbstverwirklichung. Das Bedürfnis, unsere Umwelt zu schützen passt gut in Stufe 2. Wir sorgen damit letzten Endes für unsere Sicherheit. Wohin der Kaffee passt scheint allerdings nicht ganz klar.

Wunderdroge Koffein

Der Kaffee ist seit dem 17. Jahrhundert auch in Europa angekommen. 1673 wurde das erste Kaffeehaus in Deutschland eröffnet. Seitdem befindet sich das schwarze Heißgetränk auf einem Siegeszug. Das Koffein und seine aufputschende Wirkung sind für viele Menschen nicht mehr wegzudenken. Mit dem Morgenkaffee, der Kaffeepause im Büro und dem Kaffeekränzchen hat er in unserer Kultur nicht nur einen, sondern gleich mehrere feste Plätze. Für viele von uns ist er zu so etwas, wie einem Lebenselexier geworden. Dabei gibt es zwar Gewöhnungseffekte, die Droge Koffein macht uns aber nicht abhängig. Allerdings nimmt die aufputschende Wirkung mit der Gewöhnung ab. Trotzdem genießen wir eine duftende Tasse Kaffee zwischendurch, oder tragen den ganzen Tag unsere Tasse von Meeting zu Meeting.

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Kaffee bestimmt für viele Menschen den Tagesablauf.

Frischer Kaffee

Für die meisten Menschen ist der Kaffee nur dann perfekt, wenn er auch frisch aufgebrüht wurde. Für die Zubereitung gibt es mehrere Varianten. Von der einfachen Espressokanne über den Filterkaffee bis hin zum Kaffeevollautomaten stehen unterschiedliche Varianten der Zubereitung zur Auswahl. Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile. Will man aber umweltfreundlich Kaffee kochen und mit dem eigenen Genuß die Umwelt nicht mehr belasten, als notwendig, dann lohnt sich ein Vergleich.

Zubereitung im Vergleich

Ein Vergleich der einzelnen Zubereitungsarten ist nicht pauschal durchzuführen. Zu groß sind die Unterschiede in den Maschinen unterschiedlicher Hersteller und Alter. Trotzdem wollen wir versuchen, pro Variantedie Vor- und Nachteile aufzuzeigen und ein grobe Reihung vornehmen. Letzten Endes ist die Zubereitung nur ein kleiner Teil der Ökobilanz. Dazu aber später.

Kaffeepresse

In der Kaffeepresse wird das Kaffeepulver direkt mit siedendem Wasser übergossen und nach kurzem Ziehen mit einem Sieb auf den Boden gedrückt. Das Wasser wird in der Kanne, oder dem Wasserkocher erhitzt und direkt über den Kaffee gegossen. Die Zubereitung ist rasch und mit wenig Aufwand durchführbar. Die Kaffeepresse selbst ist meist aus Glas gefertigt. Das Sieb ist langlebig und wiederverwendbar. Die Reinigung erfolgt im Geschirrspüler. Die Herstellung der Kaffeepresse ist im Vergleich zu anderen Maschinen eine geringe Umweltbelastung. Auch die Entsorgung ist unproblematisch. Alle Teile können sehr einfach der Wiederverwertung zugeführt werden.

Pro Kaffeepresse:

  • wenig Umweltbelastung in der Herstellung
  • schnelle Zubereitung

Contra Kaffepresse:

  • keine exakte Dosierung – Kaffee wird tlw. entsorgt
  • Warmhalten, oder sofortiger Genuß notwendig

Espressokännchen

Im Espressokännchen wird der Kaffee in einen Einsatz gedrückt und im oberen Teil eingesetzt. In den unteren Teil wird Wasser gefüllt, anschließend werden die beiden Teile fest verschraubt. Auf dem Herd wird das Wasser erhitzt. Der dadurch entstehende Druck presst das Wasser durch den Kaffee in den oberen Teil. Die Espressokännchen sind heute nahezu in Vergessenheit geraten. Ein Grund ist, dass sie traditionell aus Aluminium gefertigt werden. Das verursacht einerseits hohen Energieaufwand bei der Herstellung und im Recycling, macht sie aber unbrauchbar, wenn man sie auf einem Induktionsherd verwenden möchte. Das Wasser muss nicht nur erhitzt werden, sondern über den gesamten Brühprozess am Sieden gehalten werden. Wie der Name schon vermuten lässt kann mit dem Espressokännchen nur Espresso, also sehr starker Kaffee zubereitet werden.

Pro Espressokännchen:

  • ausgezeichnete Ergebnisse bei der Espressozubereitung
  • in verschiedenen Größen verfügbar

Contra Espressokännchen:

  • Hoher Aufwand
  • Lange Kochdauer und damit hoher Energieaufwand
  • Aluminium – ungeeignet für Induktion und energieaufwändige Herstellung

Filterkaffee

Der Klassiker in der Kaffeezubereitung war für unsere Großeltern völlig normal. Dabei kam allerdings noch keine Kaffeemaschine zum Einsatz, sondern ein Filtereinsatz, der auf eine Kanne gesetzt wurde. Einerseits schneidet die Variante des Aufgießens von Filterkaffee in Punkto Abfall ausgezeichnet ab. Lediglich die Verpackung des Kaffeepulvers muss recycelt werden. Der Filter und der Kaffee können komplett kompostiert werden und belasten die Umwelt nicht mit Abfall. Bleibt der Energieaufwand für Herstellung und Transport der Kaffeemaschine, sowie die spätere Entsorgung.

Händisches Aufgießen bevorzugt

Will man umweltfreundlich Kaffee kochen ist Filterkaffee eine gute Variante. Durch die lange Lebensdauer einer Kaffeemaschine weisen auch die meisten Maschinen eine recht gute Ökobilanz auf. Das Aufgießen von Hand ist auf jeden Fall eine geringere Belastung für die Umwelt. Speziell, wenn der Kaffee mit der Wärmeplatte in der Kaffeemaschine über Stunden warm gehalten wird, kann es kritisch werden. Auch die Tatsache, dass häufig mehr Kaffee gekocht wird, als benötigt, ist eine Ressourcenverschwendung. Hier die wichtigsten Punkte:

Pro Filterkaffee:

  • wenig, bzw. kompostierbarer Abfall
  • wiederverwendbare Filter verfügbar
  • geringer Energieaufwand beim händischen Aufgießen

Contra Filterkaffee:

  • keine exakte Dosierung – Kaffee wird tlw. entsorgt
  • Warmhalten, oder sofortiger Genuß notwendig

Kaffeevollautomaten

Der Kaffeevollautomat wird mit ganzen Kaffeebohnen befüllt. Nach Auswahl der Wassermenge und der Kaffeestärke wird eine entsprechende Menge im integrierten Mahlwerk gemahlen und über Wasser, das aus dem eingebauten Wassertank entnommen wird, aufgebrüht. Einerseits bleibt bei diesem Verfahren, außer dem gepressten Kaffee, kein Müll zurück. Nur die Verpackung der Kaffeebohnen muss dem Recycling zugeführt werden. Allerding ist die Kaffeemaschine in der Herstellung sehr aufwändig, was sich negativ auf die Ökobilanz auswirkt.

Energieaufwand

Der Energieverbrauch für die Zubereitung einer Tasse Kaffee ist relativ gering. Allerdings muss der Kaffeevollautomat dafür aufgeheizt werden. Läuft die Maschine den ganzen Tag hält sie trotzdem die Temperatur. Oft sind sie auch zusätzlich mit Wärmeplatten ausgestattet, um Kaffeetassen vorzuwärmen. Wird eine solche Kaffeemaschine in einem Singlehaushalt betrieben und auch tagsüber nicht abgeschalten, dann verursacht der Energiebedarf eine sehr schlechte Ökobilanz. In einer Büroküche, in der mehrere Tassen Kaffee pro Stunde zubereitet werden, ist ein Kaffeevollautomat die beste Wahl, will man umweltfreundlich Kaffee kochen. Allerdings sollte man auch hier den Hauptschalter der Maschine umlegen, wenn die Arbeitszeit endet.

Pro Kaffeevollautomaten:

  • wenig Energiebedarf für die Zubereitung
  • fast kein Abfall
  • nachhaltig durch Reparaturmöglichkeit

Contra Kaffeevollautmaten:

  • hoher Energieaufwand für Aufrechterhaltung der Temperatur
  • nur bei hohen Mengen effizient
  • komplexe Maschine mit hohen Energiekosten in Herstellung und Entsorgung
  • hohe Anschaffungskosten

Kaffeepad-Maschinen

Kaffeepad Maschinen funktionieren ganz ähnlich, wie Kapselmaschinen. Der Kaffeepad ist ein kleiner, runder Sack aus Filterpapier, in den Kaffee eingeschweißt ist. Der Pad wird in der Maschine positioniert und heißes Wasser durch den Pad gepresst. Anschließend wird der gesamte Kaffeepad entsorgt. Das Verfahren ist gut geeignet, wenn man umweltfreundlich Kaffee kochen möchte. Allerdings benötigt die Maschine eine recht lange Zeit um auf Betriebstemperatur zu kommen. Dazu kommt, dass die Pads aromasicher verpackt werden müssen. Damit fällt vergleichsweise viel Verpackungsmüll an. Die Maschine selbst ist einfach aufgebaut und hat eine entsprechend gute Ökobilanz.

Pro Kaffeepad-Maschinen:

  • Pads sind komplett kompostierbar
  • wenig Energiebedarf für die Zubereitung
  • exakte Dosierung

Contra Kafeepad-Maschinen:

Kapselmaschinen

In einer Kapselmaschine werden kompatible Kapseln eingesetzt. Beim Verschließen der Maschine wird die Kapsel, die mit Kaffeepulver gefüllt ist, angestochen. Bei der Zubereitung wird dann heißes Wasser durch die Kapsel gepumpt. Eine Kapselmaschine braucht etwas Zeit um auf Betriebstemperatur zu kommen. Der Energiebedarf für die Zubereitung selbst ist gering. Die Maschinen sind einfach aufgebaut und auch in der Anschaffung sehr günstig. Durch den simplen Aufbau sind die Maschinen in Herstellung und Entsorgung weniger belastend für die Umwelt, als komplexere Maschinen.

Müllproblem Kapseln

Kapselmaschinen stehen aufgrund des Mülls, den sie mit den Kapseln verursachen immer wieder in der Kritik. Die Kapseln bestehen entweder aus Kunststoff, oder aus Aluminium. Das Recycling ist schwierig, die Voraussetzung ist allerdings, dass die Kapseln entsprechend gesammelt werden. Der Vorteil für den Kaffeetrinker liegt in der gleichbleibenden Qualität des Kaffees. Die Kapseln werden in unterschiedlichen Geschmacksfarben und Stärken angeboten. Die Umweltbelastung durch die Kapseln macht diese Variante, will man umweltfreundlich Kaffee kochen, zu einer schlechten Wahl.

Die Wahl des Kaffees ist entscheidend

Nespresso ist daher bemüht die positive Umweltbilanz seiner Kapselsysteme hervorzuheben. In eigenen Studien gibt Nespresso an, dass der Hauptteil der Umweltbilanz auf die Herstellung und der Transport des Kaffees entfällt. Tatsächlich kommt auch eine Studie der EU zum selben Ergebnis. Allerdings wollen wir hier nur die einzelnen Varianten der Zubereitung vergleichen. Will man umweltfreundlich Kaffee kochen sollte man aber bei jeder Zubereitungsart auf die Herkunft des Kaffees achten. Ist er aus nachhaltiger Produktion kann das die Ökobilanz der Tasse Kaffee massiv verbessern.

Pro Kaspelmaschinen:

  • exakte Dosierung
  • zahlreiche Geschmacksrichtungen abwechselnd möglich
  • einfache Kaffeemaschine mit niedrigem Energieaufwand bei der Produktion

Contra Kapselmaschinen:

  • hohes Müllaufkommen
  • hoher Energieaufwand für die Herstellung der Aluminiumkapseln
  • sehr hoher Preis pro Tasse
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Wird, etwa im Büro, viel Kaffee getrunken, dann ist der Kaffeevollautomat die beste Variante

Anwendung entscheidend

Kaffeekapseln sind heute in aller Munde und schon fast ein Zeichen für einen modernen Lebensstil. Hat man den Anspruch umweltfreundlich Kaffee kochen zu wollen sind die Kapseln aber nicht zu empfehlen. Zwar ist Nespresso sehr bemüht in der Herstellung des Kaffees sehr umweltbewußt und nachhaltig zu arbeiten. Trotzdem kann man genauso nachhaltig produzierten Kaffee auch für die anderen Zubereitungsarten nutzen. Im besten Fall nützt man einen Kaffeefilter, der wiederverwendbar ist und brüht den Kaffee händisch auf.

Umweltfreundlich Kaffee kochen ist bei hohem Kaffeekonsum am besten mit einem Kaffeevollautomaten zu erreichen. Achtet man darauf, dass man eine Maschine mit guter Energieeffizienz verwendet und nimmt sie vom Strom, wenn sie nicht gebraucht wird, ist der Kaffeevollautomat die beste Wahl im Büro und überall dort, wie viel Kaffee getrunken wird. Für die gesamte Umweltbilanz des Kaffees ist allerdings der Kaffee selbst entscheidend. Nachhaltiger umweltfreundlicher Anbau ist hierbei entscheidend.