Nichts Für Ungut …
… oder, in reinstem Denglisch, Nothing For Ungood ist ein sehr bemerkenswerter Blog. Es ist ein Blog, der sich ausgiebig mit den Eigenarten und Marotten von uns Deutschen auseinandersetzt. Geführt wird der Blog von John (Näheres ist leider nicht zu erfahren), einem Amerikaner, der längere Zeit (wie lange bleibt ebenfalls ungeklärt) in Deutschland gelebt hat und sich nun, wieder zurück in seiner alten Heimat, über Deutschland und die Deutschen auslässt. Dass er dabei scheinbar leider unter einem etwas eingeschränkten Blickwinkel leidet, zeigt unter anderem seine Aufzählung von Dingen, der er an Deutschland gut findet:
Here are the things we love about Germany:
- Hofbräuhaus
- Neuschwanstein
- Oktoberfest
- Autobahn
- Rothenburg-ob-der-Tauber
- Black Forest Cuckoo Clocks
- Glockenspiel in Munich
- Irish pubs
Nunja, wer so sehr auf Klischees fixiert ist, neigt wahrscheinlich ohnehin zu eher einseitigen Betrachtungsweisen
. Aber egal. Es geht John ja nicht darum, politisch korrekte Analysen oder gessellschaftswissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zu präsentieren. Nein, Nothing For Ungood soll einfach nur Spaß machen. Und das tut es auf jeden Fall. Johns Beiträge sind durchweg unterhaltsam zu lesen, auch wenn er manchmal ein wenig übers Ziel hinausschießt. Aber man weiß ja, von wem es kommt. Er behandelt so ziemlich alle Alltagsthemen und schildert, in welch peinliche oder seltsame Situationen ein in den deutschen Gebräuchen ungeübter Besucher aus Übersee leicht geraten kann.
Vielleicht könnte man Nothing For Ungood für den englischssprachigen Counterpart zu Scot W. Stevensons Blog USA erklärt halten, allerdings mit einem kleinen aber entscheidenden Unterschied: Stevenson schreibt auf deutsch über Amerika, und seine Leser sind daher überwiegend Deutsche. Klar. John schreibt auf englisch über Deutschland, und seine Leser sind überwiegend – Deutsche. (Das läßt sich an den Kommentaren relativ eindeutig zuordnen.) Seltsam, nicht wahr? Brauchen die Deutschen einen Amerikaner, der ihnen ihr Land erklärt? Warum interessieren sich die Amerikaner nicht für Johns Blog? Man könnte sich jetzt natürlich ebenfalls, quasi als Revanche, altgedienter Vorurteile bedienen und behaupten, dass „den Amis das alte Europa sowas von sch…egal ist“. Dass dies nicht stimmt, zeigen andere Blogs, die mit genau diesem Thema in den USA recht erfolgreich sind und fleißig gelesen werden.
Eigentlich ist es ja auch völlig egal, denn Johns Blog ist einfach amüsant zu lesen. Und es ist spannend, wie für uns völlig selbstverständliche Dinge aus der Sicht eines Ausländer erscheinen, wie verwirrend, unlogisch und manchmal einfach nur absurd. Die Besucherzahlen von Nothing For Ungood zeigen auch ziemlich deutlich, dass John hierzulande recht populär ist. (Sein RSS-Feed hat momentan 650 Abonnenten, eine Zahl von der Der Netzperlentaucher nur träumen kann …)









Die Werbung auf dem Screenshot finde ich super!
„Looking for a beautiful asian bride?“
Things we love about Germany: Irish Pubs? Typisch deutsch?